„Die englische Gärtnerin – Blaue Astern“

von Martina Sahler

Erschienen am 27.12.2019 im Ullstein Verlag
ISBN: 9783548060712
https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/die-englische-gaertnerin-blaue-astern-die-gaertnerin-von-kew-gardens-1-9783548060712.html

Das Buch „Die englische Gärtnerin – Blaue Astern“ von Martina Sahler spielt in London des 20. Jahrhunderts und zeigt beeindruckend, wie eine junge Frau, in einer Welt in der Männer den Ton angeben, ihren Weg sucht und geht.

Coverrechte: Ullstein Verlag

England im Juni 1920: Charlotte Windley hat es geschafft: Sie hat ihr Studium der Botanik mit Bestnote abgeschlossen und erkämpft sich eine Stelle als Botanikerin in der Parkanlage Kew Gardens.
Auch wenn sie dafür ihre Liebe zu dem Botaniker Dennis erst einmal geheim halten möchte, kann sie sich keinen andere Arbeit vorstellen und ist völlig erfüllt. Als sie dann auch noch einen Platz in einer Expedition ins ferne Ausland angeboten bekommt, scheint ihr Glück perfekt.
Doch dann lernt sie den Deutschen Victor kennen, der eine Papierfabrik geerbt hat. Kurz darauf passiert ein schrecklicher Unfall in ihrer Familie und Charlotte weiß nicht mehr, was sie machen soll.

Ich habe von 2002 bis 2005 eine Ausbildung zur Gärtnerin gemacht . Ich liebe alles, was blüht, liebe das Gefühl von Erde an meinen Fingern, den Geruch von Pflanzen. Als ich dieses Buch gesehen (dieses wundervolle Cover…) und den Klappentext gelesen habe, war mir klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Ich freue mich so sehr, dass es eine Trilogie ist.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Autorin Martina Sahler für die Zusendung eines Exemplars und die liebe Signierung.

Mir haben die Figuren sehr gefallen. Vor allem die Hauptfigur Charlotte Windley war mir ab dem ersten Kapitel sehr sympathisch, da sie so viele Stärken hat, aber auch viele kleine Schwächen. Sie schließt zwar ihr Studium mit Bestnote ab und ist eine richtige Kämpferin, ist aber auch etwas ungeschickt und vergesslich. Teilweise musste ich sehr schmunzeln und erkannte mich selbst in Charlotte wieder.
Die Geschichte von Charlottes Mutter Elizabeth hat mich sehr berührt, eine so starke Frau, auch wenn ihr Körper nicht mehr will. Sie kennt ihre Tochter so gut, ist immer da und schaut in Charlottes Inneres wie kein anderer.
Charlottes jüngere Schwester Debbie ist ein typischer Jugendlicher, immer auf Rebellion, immer dagegen. Zumindest am Anfang.
Charlottes großer Bruder Robert macht in dem Buch eine sehr große Wandlung durch, seine Geschichte hat mich auch sehr bewegt. Ich bin so gespannt, wie er sich in den nächsten Teilen entwickelt.
Die Figur der Aurora Ainsworth hat mich wohl am meisten in diesem Buch beeindruckt. Sie ist die Cousine von Victor und lebt mit ihm in einem Haushalt. Er kümmert sich um sie, sie sich aber auch um ihn, aber es ist klar, dass ihr etwas fehlt: Eine Familie. Aurora hat teilweise so starke Charakterzüge, auf der anderen Seite ist sie dann aber auch wieder so zerbrechlich. Ein toller, lebensnaher Charakter.
Victor empfand ich noch als etwas undurchsichtig, ich bin sehr gespannt, wie er sich entwickelt.
Aber auch die anderen Nebenfiguren empfand ich als sehr authentisch und liebevoll beschrieben.

Die Sprache von Martina Sahler ist sehr bild- und lebhaft. Bei einigen Szenen konnte ich die Blumen, die Luft in den Gewächshäusern fast riechen. Ich bekam Lust unseren Botanischen Garten zu besuchen.

Das Buch hat viele Themen, das Hauptthema sind natürlich die Pflanzen und die Kew Gardens.
Martina Sahler hat sehr gut recherchiert: Auch wenn ich noch nie in den Kew Gardens war, habe ich nun ein Bild davon im Kopf.
Außerdem bringt sie das Wissen über Pflanzen (z.B. Entdeckung, Vermehrung, Arten und Vielfalt) so rüber, dass es niemals langweilig wird.
Ein anderes großes Thema ist, die Benachteiligung der Frauen gegenüber den Männern, vor allem im Hinblick auf die Wissenschaften. Frauen konnten zwar studieren, aber ob sie danach auch wirklich eine angemessene Arbeitsstelle bekamen, war mehr als unsicher. Und wenn sie dann eine Arbeitsstelle hatte, war noch lange nicht sicher, ob sie diese auch nach der Hochzeit behalten durfte: Das entschied der Ehemann.

Ein kleiner Kritikpunkt: Der Titel des Buches. Es wird im Buch des Öfteren erwähnt, dass sie Botanikerin ist – keine Gärtnerin. Da empfinde ich den Titel als unpassend.

Fazit: Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Sympathische Charaktere, spannend und gut recherchiert – ich freue mich auf die Fortsetzung!

Das Buch habe ich von der Autorin geschenkt bekommen, es hat meine Meinung aber nicht beeinflusst.

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