„Die Sternenbucht“

von Lorna Cook

Erschienen am 14. Juni 2021 im Penguin-Verlag
ISBN: 978-3-328-10497-1


https://www.penguinrandomhouse.de/Taschenbuch/Die-Sternenbucht/Lorna-Cook/Penguin/e549799.rhd


Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Penguin-Verlag über das Bloggerportal.de als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen.
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.

Klappentext:
1943: Der Krieg steht vor den Toren Englands. Nur mit dem Allernötigsten im Gepäck verlässt die junge Lady Veronica das edle Anwesen an der malerischen Südküste, das für sie immer mit ihrer großen Liebe verbunden sein wird. Die britische Armee braucht das Gebäude als Stützpunkt. Doch Veronica weiß, dass sie auch nach Ende des Krieges niemals zurückkehren wird. Denn das Haus birgt nicht nur glückliche Erinnerungen …
2018: Im Sommerurlaub an der englischen Küste entdeckt Melissa die Fotografie einer geheimnisvollen Frau. Gemeinsam mit dem attraktiven Journalisten Guy versucht sie, mehr über sie herauszufinden. Immer tiefer taucht sie in ihre Vergangenheit ein – nicht ahnend, dass dort ein Geheimnis begraben liegt, das auch ihr eigenes Leben für immer verändern wird …“

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Das Buch „Die Sternenbucht“ von Lorna Cook spielt auf zwei Zeitebenen und zeigt, wie die Geschichte um ein geräumtes Dorf im Zweiten Weltkrieg, die Gegenwart zweier Menschen berührt.

Dezember 1943: Lady Veronica muss Abschied von ihrem edlen Anwesen in Tyneham nehmen. Das gesamte Dorf an der Südküste Englands wird für militärische Zwecke gebraucht und geräumt. Ihr bleibt nur wenig Zeit, die verbliebenen Sachen zu packen, aber auch, um sich selbst in Sicherheit zu bringen. In Sicherheit vor ihrem brutalen Ehemann.
Im Juni 2018 verbringt die junge Melissa ihren Urlaub an der Südküste Englands. In den Ruinen eines im Zweiten Weltkriegs geräumten Dorfs, stößt sie auf eine Fotografie einer Frau. Diese Fotografie und das Gesicht der Frau lassen sie nicht mehr los und sie beginnt zu recherchieren. An ihrer Seite ist der Journalist Guy. Beide müssen feststellen, dass sie immer tiefer in die Vergangenheit eintauchen und diese auch ihr eigenes Leben verändern wird.

Auf dem ‚Bloggerportal Randomhouse‘ bin ich zufällig auf dieses Buch gestoßen. Das Cover und der Klappentext sprachen mich direkt an, ich bewarb mich um ein Exemplar und bekam es zugeschickt. Ich mag es, wenn Bücher Geschichten erzählen, in der Vergangenheit und Gegenwart aufeinander treffen und große Geheimnisse gelüftet werden. Es zeigt immer wieder, wie sehr Geschichte unsere Gegenwart bestimmt und somit allgegenwärtig ist.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Penguin-Verlag für die Zusendung des Buches als Rezensionsexemplar.

Die Anzahl der Figuren ist in beiden Erzählsträngen recht übersichtlich gehalten. Dies führte bei mir dazu, dass ich mich sehr schnell in der Geschichte zurechtfand und eintauchen konnte.
Im Erzählstrang der Vergangenheit begegnen wir Veronica. Sie ist eine junge Frau, welche von außen gesehen, alles hat um ein glückliches Leben zu führen. Sie muss zwar ihr Anwesen aufgeben, doch an der Seite ihres Ehemanns Sir Albert steht ihr eine sorgenlose Zukunft in London bevor. Doch der Schein trügt. Veronica ist in einer Ehe gefangen, die von körperlicher und verbaler Gewalt beherrscht wird. Noch immer trauert sie einer aufgegeben Liebe hinterher, welche plötzlich wieder in ihr Leben tritt.
Veronica konnte mich ab der ersten Seite mit ihrer authentischen und tragischen Lebensgeschichte überzeugen. Sie wirkt einerseits so zerbrechlich, dann aber auch wieder stark, sie möchte ihr Leben wieder in die Hand nehmen.
Im Gegensatz zu ihrem Mann Sir Albert. Ein grauenvoller Mensch, der überhaupt keine Sympathiepunkte erhält. Trotz allem ist auch er eine gut gezeichnete Figur, die tiefste menschliche Abgründe aufzeigt.
Um Lady Veronica und Sir Albert agiert noch das Dienstmädchen Anna – sie wurde, dank ihrer Loyalität, schnell zu einer meiner Lieblingsfiguren.
Freddie, Sir Alberts Bruder, und Anna sind etwas wie die Felsen in der Brandung für Veronica.
Im Erzählstrang der Gegenwart treffen wir auf Melissa. Sie ist 28 Jahre alt und hat ihren Platz im Leben noch nicht gefunden. Mit kleineren Jobs und einer finanziellen Abfindung hält sie sich über Wasser, ihre Beziehung zu ihrem Freund bröckelt. Ähnlich wie Veronica wirkt ihr Gemütszustand sehr fragil, auf der anderen Seite lässt sie sich nichts sagen und scheut auch Auseinandersetzungen nicht. Mit ihrer loyalen und ehrlichen Art mochte ich Melissa direkt.
Neben Melissa lernen wir noch den Journalisten und Historiker Guy kennen. Da er ein berühmter und gut aussehender Moderator ist, liegen ihm viele Frauen zu Füßen. Der Wirbel um seine Person ist ihm manchmal etwas zu viel, gehört aber zu seinem Leben dazu. Guy sammelt gleich bei der ersten Begegnung mit Melissa Sympathiepunkte. Er hilft wo er kann und scheint an Melissa großes Interesse zu haben. Aber ihn umgibt auch ein Geheimnis. Die Figur Guy hat mir wegen seiner Loyalität sehr gefallen, auch wenn die Autorin ein wenig zu oft erwähnt hat, wie gut er aussieht.

Mit einer sehr lebendigen Sprache und einer spannenden Handlung hat mich die Lorna Cook direkt in die Geschichte mitgenommen. Sie beschreibt die Handlungen, Gedanken und Gefühle der Menschen authentisch und glaubwürdig, die Landschaften so bildhaft, dass ich mir alles gut vorstellen konnte. Stellenweise wurde es so spannend, dass ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen konnte und wollte.
Mitunter war die Handlung etwas vorhersehbar, was aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan hat.

Der historische Hintergrund bildet die kurzfristige Evakuierung/ Räumung von Ortschaften im Zweiten Weltkrieg, um der Armee Platz zu machen. Diese brauchte das Gebiet als Übungsplatz zur Landung der Alliierten in der Normandie. Tyneham war einer dieser Orte, die geräumt wurden. 252 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und sich andere Bleiben suchen. Eigentlich sollte es nur für eine gewisse Zeit sein, die Bewohner kamen aber nie wieder zurück, da das Gebiet auch in Friedenszeiten für Armeezwecke beibehalten wurde. Tyneham ist nun ein Museumsdorf, viele Häuser nur noch Ruinen. Das Herrenhaus, welches in „Die Sternenbucht“ eine große Rolle spielt, existierte ebenfalls, wurde aber leider im Jahr 1967 wegen Baufälligkeit abgebrochen.
Lorna Cook hat mich sehr neugierig gemacht und ich habe nun den Wunsch, diesen Ort zu besuchen.

Fazit: Die Handlung ist etwas vorhersehbar, aber es ist trotzdem spannend, wie Lorna Cook die einzelnen Fäden dann zusammenführt. Mit authentischen und glaubhaften Charakteren konnte mich das Buch sehr begeistern. Der Erzählstrang in der Vergangenheit hat mir etwas besser gefallen, da es beim Erzählstrang in der Gegenwart immer mal wieder Klischees und Wiederholungen gab. Alles in Allem ein wunderbarer Roman zum Abtauchen. Lesenswert!

Hinweis: Das Buch habe ich freundlicherweise vom Penguin-Verlag über das ‚Bloggerportal Randomhouse‘ als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen – meine Meinung wurde aber nicht beeinflusst!

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