„Die Hafenschwester – Als wir an die Zukunft glaubten“

von Melanie Metzenthin

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Erschienen am 30. August 2021 im Diana-Verlag

ISBN: 978-3-453-29246-8

https://www.penguinrandomhouse.de/Paperback/Die-Hafenschwester-3-/Melanie-Metzenthin/Diana-Verlag/e579561.rhd


Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Diana-Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen.
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung des Verlages in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplar muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.
– Meine Rezensionen zu den vorherigen Teilen der Reihe findet ihr hier:
Teil 1: „Die Hafenschwester – Als wir zu träumen wagten“
Teil 2: „Die Hafenschwester – Als wir wieder Hoffnung hatten“

Klappentext:
Der Erste Weltkrieg ist zu Ende. Martha und Paul haben während der Inflation 1923 alle Ersparnisse verloren und die finanzielle Lage ist prekär. Ihre Tochter Ella will unbedingt Ärztin werden, muss ihren Traum jedoch zunächst auf Eis legen und die Familie unterstützen. Sie tritt in die Fußstapfen ihrer Mutter und beginnt eine Schwesternausbildung. Dann kommen die Nazis an die Macht. Ella fiebert dem Studium entgegen, doch die Einschreibung an der Universität wird ihr untersagt. Als die Familie in eine schreckliche Lage gerät, ruhen alle Hoffnungen auf dem jüngsten Sohn Fredi. Er macht bei der Mordkommission Hamburg Karriere. Und lässt sich auf einen gefährlichen Pakt mit der Gestapo ein …“

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Das Buch „Die Hafenschwester – Als wir an die Zukunft glaubten“ von Melanie Metzenthin ist der dritte und abschließende Teil der Reihe um Martha Studt und ihre Familie in Hamburg im 20. Jahrhundert.

November 1923: Am Ende des Schicksalsjahr der jungen Weimarer Republik herrschen Hyperinflation, Hunger und Verzweiflung. Martha ist nach wie vor in Hamburg unterwegs, um den Armen zu helfen. Doch die Hyperinflation hat auch ihr und ihrer Familie die kompletten Ersparnisse genommen – damit ist ihre finanzielle Lage sehr schlecht.
Ihr Sohn Rudi beginnt ein Jura-Studium, Tochter Ella möchte unbedingt Ärztin werden. Doch ein Zwischenfall sorgt dafür, dass Ella ihr Studium zurückstellen muss und erst mal eine Schwesternausbildung beginnt.
Fredi, Marthas jüngster Sohn, geht zur Mordkommission und macht dort Karriere. Als die Nationalsozialisten an die Macht kommen, wird Ella das Studium verwehrt und die Familie Studt droht auseinander gerissen zu werden.

2019 erschien der erste Teil um die „Hafenschwester“. Diesen habe ich mit großer Begeisterung gelesen, da mich Melanie Metzenthin mit ihrer bildhaften Sprache und ihren authentischen Charakteren überzeugen konnte. Auch der zweite Teil, der 2020 erschien, stand dem ersten Teil in nichts nach. Ich freute mich sehr auf den dritten Teil, auch wenn Wehmut mitschwang, dass eine wunderbare Buchreihe damit ein Ende findet.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Diana-Verlag, die mir das Buch über das „Bloggerportal“ als kostenloses Rezensionsexemplar zugeschickt haben.

Viele liebgewonnene Personen spielen in diesem Buch wieder mit. An erster Stelle ist hier die wundervolle Martha zu nennen. Eine Frau, die sich und ihrer Familie immer treu bleibt – auch in schwierigen Zeiten. Sie ist immer für andere da und hilft, wo sie kann. Marthas authentische Entwicklung, von einem jungen Mädchen im ersten Teil, zu einer gestandenen Frau im dritten Teil, hat mich sehr begeistert und ich habe das Gefühl, dass Martha mir zu einer Freundin, zu einer Vertrauten wurde. Ich werde sie und ihre Geschichte nie vergessen.
Unverrückbar an Marthas Seite steht Paul. Körperlich gezeichnet vom Krieg, aber innerlich stark und unerschütterlich. Er sagt Menschen in seiner Umgebung ganz klar seine Meinung und verstellt sich nicht. Zusammen mit Martha bildet er eine Einheit, sie lassen sich nicht unterkriegen und sind immer füreinander und für ihre Familie da.
Aus Marthas und Pauls Kindern sind mittlerweile junge Erwachsene geworden, die ihren Weg gehen – liebevoll aber auch streng begleitet von ihren Eltern.
Rudi, der zu Anfang der Geschichte noch seinen Platz im Leben sucht und sich mitunter sehr von seiner Eltern zurückgesetzt fühlt, obwohl sie immer nur sein Bestes wollen, macht eine glaubwürdige Entwicklung durch. Manchmal hätte ich ihn gerne wegen seines sehr engstirnigen Verhaltens geschüttelt.
Ella ist eine sehr zielstrebige junge Frau, die leider immer wieder ausgebremst wird. Sie macht ihrem Unmut immer direkt Luft und lässt sich nicht unterkriegen – auch als ihr Medizinstudium in weite Ferne rückt. Sie geht immer mit offenen Augen durch die Welt und lässt sich nicht einschüchtern.
Fredi, eigentlich Alfred, ist der jüngste Sohn von Martha und Paul. Er weiß schon recht früh, was er im Leben erreichen möchte und hat mich mit seiner selbstlosen Art absolut begeistert und entwickelte sich zu meinem persönlichen Liebling. Ähnlich wie Ella sieht er Ungerechtigkeiten und handelt – auch wenn es für ihn ungemütlich und gefährlich wird.
Marthas Bruder Heinrich, seine Frau Li-Ming, ihre Kinder Arthur und Lilli und Marthas Vater stehen in diesem Teil wieder eng an Marthas Seite. Zusammen stehen sie vieles durch und sind sich gegenseitig eine große Stütze in schwierigen Zeiten.
Es gibt noch einige Figuren, die neben diesen Hauptfiguren agieren. Hier ist vor allem die junge Henny, Fredis Frau zu nennen. Anfangs von vielen unterschätzt, hält sie doch vieles in der Familie zusammen und ist für Fredi der Fels in der Brandung.
Aber auch Figuren, die nur am Rande vorkommen, hat Melanie Metzenthin mit sehr viel Feingefühl zum Leben erweckt. Sie hat Charaktere mit Ecken und Kanten geschaffen und zusammen mit den Hauptfiguren bilden sie ein glaubhaftes Bild der Gesellschaft der Weimarer Republik und des dritten Reiches ab. Sie erzählt die Geschichte(n) der kleinen Leute.

Mit ihrem bildgewaltigen und detaillierten Sprachstil hat mich Melanie Metzenthin gleich von der ersten Seite an in die Geschichte gezogen. Auch wenn ich den zweiten Teil vor etwa einem Jahr gelesen habe, hatte ich keine Probleme wieder in der Geschichte reinzukommen und zu folgen. Melanie Metzenthin erzählt auch einiges aus den ersten beiden Teilen wieder, somit konnte ich mich gut an einige Geschehnisse erinnern, die nicht mehr ganz so präsent waren.

Den historischen Hintergrund bildet anfangs die Weimarer Republik, später dann das Dritte Reich und dann der Zweite Weltkrieg.
Es wird klar, wie das Schicksalsjahr 1923 die Weimarer Republik zum Scheitern verurteilte und die Menschen, dank des Versailler Vertrags, Reparationszahlungen und der draus resultierenden Hyperinflation das Vertrauen in die noch junge Republik schnell wieder verloren. Die Hyperinflation fraß vielen Menschen das mühselig ersparte Geld weg – es war nichts mehr wert.
Der Versailler Vertrag und die dort festgesetzten Reparationszahlungen von Deutschland an die Siegermächte ließen viele Menschen erschaudern. Nach dem Young Plan aus dem Jahr 1928 sollten diese Zahlungen bis in das Jahr 1988 stattfinden – eine unendlich lang erscheinende Zeit.
All dies ebnete den Weg für die Nationalsozialisten und dem Dritten Reich – der Diktatur.
Melanie Metzenthin hat die geschichtlichen Hintergründe akribisch recherchiert und beschreibt die Entwicklung von einer Demokratie zur Diktatur sehr bildhaft und verständlich anhand der Geschichte der kleinen Leute.
Sie zeigt zudem die ganze Gräuel der Judenverfolgung und die Auslöschung „unwerten Lebens“ durch die Nationalsozialisten. Bei einigen Szenen, auch bei den Verhörmethoden der Gestapo, lief es mir kalt den Rücken runter und ich musste das Buch kurz zur Seite legen.
Der Ausbruch und Verlauf des Zweiten Weltkriegs, vor allem die „Operation Gomorrha“, bei der Hamburg von der Britischen und US-Amerikanischen Luftwaffe unter Beschuss genommen wird und in einem gewaltigen Feuersturm Zehntausende Menschen ihr Leben verlieren und Hunderttausende obdachlos werden, erzählt Melanie Metzenthin sehr eindringlich und bildgewaltig.
Doch trotz aller Gräuel und Grausamkeiten schwingt auf jeder Seite des Buches die Hoffnung der Charaktere auf eine bessere Zukunft mit.

Fazit: Was für ein Finale! In diesem Buch ist einfach alles drin: Tolle Charaktere, Historie, Intrigen, Spannung, Liebe, Hoffnung, Krieg und Zusammenhalt. Diesen Teil empfand ich als den stärksten und intensivsten Teil einer absolut empfehlenswerten Reihe.
Lasst euch diese 700 Seiten pures Lesevergnügen nicht entgehen.

* Kennzeichnung, da Produktnennung eines kostenlosen Rezensionsexemplars. Meine Meinung wurde nicht beeinflusst – dieser Artikel muss aber als Werbung gekennzeichnet sein.

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