„Der Traumpalast – Im Bann der Bilder“

von Peter Prange

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Erschienen am 13. Oktober 2021 im Fischer-Scherz-Verlag
ISBN: 978-3-651-02578-3

https://www.fischerverlage.de/buch/peter-prange-der-traumpalast-9783651025783

Hinweise:

– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Fischer-Scherz-Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!

– Ich habe für diese Rezension von dem Autor und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung des Verlages in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

Klappentext:
„Berlin, Anfang der zwanziger Jahre: Ein neues Lebensgefühl bricht sich Bahn – Freiheit! Es ist die Vision von glanzvollen Stars, spektakulären Großfilmen und glitzernden Kinopalästen, die Tino, Bankier und Lebemann, an der gerade gegründeten Ufa begeistert. Er riskiert alles, um mit der deutschen Traumfabrik Hollywood Paroli zu bieten. Rahel will als Journalistin Wege gehen, die Frauen bisher verschlossen waren. Als die zwei einander begegnen, ahnen sie nicht, welche Wende ihr Leben dadurch nimmt. Denn bald stellt sich ihnen die alles entscheidende Frage: Wie weit darf Freiheit gehen? In der Politik, in der Kunst – und in der Liebe.“

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Coverrechte: Fischer-Scherz-Verlag

Das Buch „Der Traumpalast – Im Bann der Bilder“ von Peter Prange spielt im Berlin der Goldenen Zwanziger und zeigt die Entstehungsgeschichte der „Universum Film AG“ (Ufa).

Berlin 1917: Die Oberste Heeresleitung gründet das neue Bild- und Filmamt, um mit filmischer Propaganda die Kriegsmoral hoch zu halten und gegen die Kriegsmüdigkeit in der Bevölkerung anzukommen. Mit bei der Gründung dabei ist der Bankierssohn und Lebemann Konstantin Reichenbach, von allen Tino genannt.
Tino ist gerade von der Front zurückgekehrt und hat Dinge erlebt, die er nie wieder vergessen wird. Als er auf die junge Rahel trifft, die davon träumt Journalistin zu werden, ist es um ihn geschehen. Aber auch Rahel verfällt Tinos Charme und die Beiden werden ein Paar.
Als der Erste Weltkrieg endlich vorbei ist, entsteht ein neues Lebensgefühl: Die Freiheit. Statt Propaganda-Filme entstehen nun pompöse Unterhaltungsfilme, große Kinopaläste, welche die Menschen zum Träumen bringen und Filmfirmen, die dem fernen Hollywood Konkurrenz machen sollen.
Tino und Rahel sind mittendrin in den Goldenen Zwanziger, doch ihre Liebe ist nicht von allen gerne gesehen.

Die Bücher von Peter Prange lese ich schon seit einigen Jahren sehr gerne, da er Zeitgeschichte gekonnt und leicht vermittelt. Über die sozialen Medien bin ich auf das Buch „Der Traumpalast – Im Bann der Bilder“ aufmerksam geworden. Der Klappentext, das wunderschöne Cover und das Thema des Buches weckten sofort mein Interesse. Ich lese sehr gerne Geschichten über die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und auch die Entstehung des Kinos und die große Ära der Stummfilme interessieren mich sehr.
Ich fragte beim Fischer-Scherz-Verlag ein Rezensionsexemplar an und bekam es zugesendet.
An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an den Verlag.

In „Der Traumpalast – Im Bann der Bilder“ spielen eine Vielzahl an Charakteren mit. Ab und zu ‚entwischte‘ mir ein Name, welchen ich dann aber in einem ausführlichen Personenregister am Ende des Buches, wieder nachschlagen konnte.
Alle Figuren in diesem Buch, egal ob fiktiv oder historisch, konnten mich komplett überzeugen: Sie alle sind authentisch und lebensecht gezeichnet, ich wollte immer wissen, wie es mit ihnen und ihrer Geschichte weitergeht. Auch wenn es neben vielen sympathischen Charakteren auch eher unausstehliche Personen gibt.
Doch allen voran haben es mir Tino und Rahel von der ersten Seite an angetan. Tinos offene und herzliche Art, Rahels zupackende und kämpferische Art. Auch wenn die Beiden immer wieder private und berufliche Rückschläge erleiden , geben sie sich und ihre Träume nicht so schnell auf und kämpfen gegen die Konventionen ihrer Zeit. Außerdem empfand ich die Liebesgeschichte zwischen den Beiden als sehr intensiv und glaubhaft dargestellt.
Rahels Eltern sind das komplette Gegenteil zu Tinos Eltern. Es sind einfache Menschen, die sich auch an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen und ein großes Herz haben. Tinos Eltern sind dagegen nur auf der Suche nach gesellschaftlichen Ansehen, auf ihren Ruf bedacht und sehr unterkühlt. Vor allem Tinos Mutter stieß mich mit ihrem Verhalten gegenüber den Menschen in ihrer Umgebung sehr ab.
Ich bin sehr gespannt, wie es mit den Figuren im zweiten Teil weitergeht, da am Ende des ersten Teils noch einige Fragen offen bleiben.
Mit all den Figuren, fiktiv, historisch, Haupt- oder Nebenfigur hat Peter Prange ein intensives und anschauliches Bild der Gesellschaft der Goldenen Zwanziger gezeichnet. Keine der Figuren wirkt überzeichnet und er bettet die Figuren perfekt in die geschichtlichen Hintergründe ein:
Das Ende des Ersten Weltkriegs, die Ausrufung der Weimarer Republik, Aufstände in der Bevölkerung, Putsch-Versuche, politische Morde, Inflation und die Entstehung und Entwicklung großer Filme und des Kino. Selten habe ich einen so detaillierten und akribisch-recherchierten Roman gelesen, welcher aber trotzdem wunderbar leichtgängig zu lesen ist. Geschichtsunterricht der einfach Spaß macht.
Die Entstehung der Weimarer Republik und auch die Proteste der Bevölkerung haben mich besonders interessiert und werden von Peter Prange leicht verständlich erklärt. Ganz oft hatte ich durch die bildhaften Beschreibungen das Gefühl, mit dabei zu sein, als große Weltgeschichte geschrieben wurde.

Das Buch besteht aus insgesamt fünf Teilen, welche die Jahre 1917 bis 1925 abhandeln. Diese Teile teilen sich dann in zumeist ziemlich kurze Kapitel auf, was mich aber überhaupt nicht im Lesefluss aufgehalten hat – im Gegenteil! Manche Kapitel endeten mit einem Cliffhanger, der dann erst nach ein paar anderen Kapiteln, die einen anderen Handlungsstrang erzählen, aufgelöst wurde. Somit ist die Handlung des Buches wie ein Sog, sie hat mich direkt mitgerissen und nicht mehr losgelassen. Ab der ersten Seite war ich in der Geschichte angekommen und konnte das Buch dann nur noch schwer aus den Händen legen. Ich freute mich immer sehr drauf, wenn ich endlich wieder weiterlesen konnte und bin nun sehr traurig, dass das Buch dann doch so schnell vorbei war.
Der flüssige, angenehme, bildhafte und detaillierte Sprachstil von Peter Prange lies auf keiner Seite Langeweile aufkommen und die 800 Seiten vergingen wie im Flug

Fazit: Ich möchte das Buch allen Lesern und Leserinnen sehr ans Herz legen, da ich es wie einen großen und guten Kinofilm empfand: Spannend, emotional, berührend, lehrreich und kein bisschen langweilig. Ein filmreifes Buch und ein absolutes Highlight am Himmel des Historischen Romans.
Ich freue mich schon so sehr auf den zweiten Teil, welcher im Herbst 2022 erscheint.

*Ich habe für diese Rezension vom Autor und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung des Verlages in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.


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