„Ajena und der Wasserperlenbaum“

von Virginia Anemona

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 18. Juli 2021
Verlag: Selfpublishing über Epubli
ISBN: 978-3-7541-4387-2
Seitenanzahl: 476

Klappentext:
Ajena ist ein zierliches, kreativ orientiertes Volksschulkind und gerade dabei die Welt zu entdecken. Doch schon bald stellt sich ihr ein Mitschüler in die Quere, der sie über Jahre klein hält, indem er die Angst in ihr nährt. Ajena wird zu einem massiv eingeschüchterten Kind, welches aber schon bald immer intensivere Träume hat. Darin erscheint ihr ein Traumlehrer, der ihr eine neue Realität offenbart. Er hilft Ajena dabei stark zu werden, sodass sie sich irgendwann ihrer Angst stellen kann. Doch in der eigenen Realität bleibt es turbulent für das Mädchen. Von einer neuen Lehrerin wird Ajena erniedrigt und durch eine komplexe Familiensituation gerät sie zwischen die Fronten. Erst in einem neuen Schulumfeld wird sie schließlich etwas gefasster. Doch nun wird ihr erstmals bewusst, wie schwer das Leid wiegt, das ihr widerfahren ist. Je mehr Ajena das versteht, desto depressiver wird sie. Mit Hilfe ihres Traumlehrers versucht sie einen Weg aus diesem emotionalen Verlies zu finden…“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar in Form eines Taschenbuchs zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!

-Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Ajena und der Wasserperlenbaum“ von Virginia Anemona ist eine autobiografisch erzählte Lebensgeschichte und zeigt rückblickend den Leidensweg der Autorin, welche immer wieder Opfer von Mobbing und Gewalt durch andere Menschen wurde.

Ajena ist ein junges, zierliches und kreatives Mädchen, als sie auf der Volksschule auf einen Mitschüler trifft, welcher sofort damit beginnt sie systematisch zu erniedrigen und zu quälen. Jahrelang ist sie ihm fast jeden Tag ausgesetzt und wird dann auch noch zusätzlich von ihrer neuen Lehrerin schikaniert und gemobbt. Ihre stummen Schreie hört niemand, und so baut sich Ajena eine zweite, eigene Realität voller Fantasie auf. Mit Hilfe eines Traumlehrers lernt sie dort zu kämpfen und stark für ihr Leben zu werden.

Mitte Februar 2022 schrieb mich die Autorin auf Instagram an und fragte, ob ich Interesse habe, ihre beiden Bücher zu lesen, in denen sie sie ihre Lebensgeschichte und und ihre Erfahrungen mit Mobbing/ Gewalt in der Schule und luzides Träumen thematisiert.
Die Worte „ Mobbing/ Gewalt in der Schule“ weckten sofort mein Interesse, allerdings kamen auch ungute Gefühle in mir hoch, da ich selbst zwei Jahre meiner Schulzeit Mobbing und Gewalt ausgesetzt war. Doch ich sagte zu, die Bücher zu lesen, vor allem wollte ich um erfahren, wie es die Autorin erlebt hat und wie sie darüber hinweg kommen konnte.
An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an die Autorin für die Zusendung und Bereitstellung der Rezensionsexemplare.

Ajena ist sehr kreatives Mädchen und außerdem voller Fantasie. Sie tut niemandem weh, eigentlich müsste sie jeder gerne haben. Doch dann wird sie die Zielscheibe von Gewalt, Verachtung und Erniedrigung. Es tat mir beim Lesen in der Seele weh, wie ein Mensch einem anderen Menschen so etwas antun kann.
Dieses machtlosen Gefühle keinen Ausweg mehr zu sehen, diesem Menschen ausgeliefert zu sein und diese Todesangst, schildert Virginia Anemona sehr drastisch, völlig ungeschönt und mit eindringlichen Worten.

„Maurice hatte eine unsichtbare Angstmauer erbaut, die inzwischen so hoch war, dass ich nicht mehr über sie sehen konnte. Ich war überzeugt, ich würde nicht überleben, sollte ich jemanden etwas erzählen.“

[S. 103, Z. 25 – 29]

In der realen Welt findet sich erst mal niemand, der ihre stummen Schreie erhört, sich ihrer annimmt und sie beschützt. Sie erfährt nicht, was Freundschaft ist. All das findet sie in ihrer selbst aufgebauten Traumwelt, in die sie sich immer wieder rettet. Dort bekommt sie die Hilfe, welche sie braucht und sie findet Wege, mit ihrer beklemmenden Situation umzugehen und fertig zu werden.
Diese Besuche in der Traumwelt schildert die Autorin voller Fantasie und Farben, sie nehmen einen großen Teil der Handlung des Buches ein und werden mit bunten Abbildungen der Autorin ergänzt.
Während des Lesens spielten sich in meinem Kopf zwei Filme ab: Der eine zeigte die nüchterne und grausame Realität, welche für mich meistens in schwarz-weiß Tönen gehalten war und mich emotional sehr mitnahm, der andere farbenfrohe Film spielte in der Traumwelt und zeigte so viele Farben der Hoffnung, Zuversicht und des Mutes.
Die Autorin hat eine wunderbare und authentische Sprache, die mich von der ersten Seite an mit in das Buch und die zwei Realitäten nahm, ich musste einfach immer weiter lesen – auch wenn es mich mitunter sehr aufwühlte. Unzählige Male wäre ich am liebsten durch die Seiten zu Ajena gereist und hätte sie in die Arme genommen und sie getröstet.
Das Buch ist ein eindringliches Plädoyer gegen Gewalt und Mobbing, zeigt aber auch, dass die Gesellschaft noch immer viel zu oft wegschaut und angeblich nichts bemerkt.
Wer Opfer von Mobbing und Gewalt wurde, wird das sein Leben lang nicht mehr los, für andere unbedeutende Situationen, können alles wieder hoch bringen.

Virginia Anemona zeigt mit ihrem Lebensbericht, dass das Opfer nicht schuldig ist – das sind allein die Täter/ die Täterinnen. Sie zeigt aber auch den Opfern, dass man mit Mobbing und Gewaltattacken nicht alleine ist und die Gesellschaft bei Anzeichen reagieren muss – am besten aber auch schon präventiv. Das Buch sollte meiner Meinung von möglichst vielen Pädagogen und auch Schüler*innen und Eltern gelesen werden, um damit alle für das Thema Mobbing zu sensibilisieren.

Fazit: Virginia Anemaona hat mich mit ihrer Lebensgeschichte sehr berührt, in der ich viele Parallelen zu meiner eigenen Geschichte gefunden habe. Es macht Mut und zeigt, dass man nicht alleine und als Opfer auf keinen Fall schuldig ist.
Ein Buch, welches ich nie vergessen werde.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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