„Die Oleanderfrauen“

von Teresa Simon

Erschienen am 09. Januar 2018 im Heyne Verlag
ISBN: 978-3-453-42115-8
https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Die-Oleanderfrauen/Teresa-Simon/Heyne/e506036.rhd

Das Buch beginnt mit einem herzzereißenden Brief, welcher mich sofort in das Buch und die Geschichte reingezogen hat. In diesem Brief, datiert auf das Jahr 1943, muss eine Mutter von ihrer Tochter Abschied nehmen – um das Leben ihrer Tochter zu schützen.

Coverrechte: Heyne Verlag

Es ist das Jahr 1936, wir lernen die wohlhabende Familie Terhoven kennen, eine Familie, die seit Generationen ihr Geld mit dem Export von Kaffee verdient. Sophie ist die 17 jährige Tochter des Hauses, eine wunderschöne junge Frau, welche sich schließlich die Liebe zu dem Sohn der Köchin eingesteht. Für ihre Eltern ein regelrechter Skandal und absolut nicht standesgemäß.

Im zweiten Erzählstrang lernen wir eine weitere sympathische junge Frau Anfang dreißig kennen: Jule, welche erst vor kurzem ein kleines Cafe in Hamburg eröffnet hat. Jule hat dramatische Geldsorgen, lebt und arbeitet aber für ihr Cafe. Auf Umwegen lernt sie die ältere Johanna kennen, welche ein altes Tagebuch in den Hinterlassenschaften ihrer verstorbenen Mutter gefunden hat. Gemeinsam machen sich die beiden Frauen mit dem Tagebuch einer Sophie auf Spurensuche in der Vergangenheit.

Das Buch ist einfach atmemberaubend. Von der ersten Seite an ist man tief in der Geschichte angekommen. Dadurch, dass ein Großteil der Geschichte aus der Vergangenheit als Tagebuch geschrieben ist, wird die Geschichte noch intensiver. Es wird greifbarer, was die Menschen vor und während des zweiten Weltkrieges durchmachen mussten. Die Charaktere reißen einen mit, sie zeigen so viel Gefühl und auch innere Zerrissenheit.
Auch der Erzählstrang aus der Gegenwart glänzt mit tollen, sympathischen Charakteren, die so lebensecht sind, dass man sich wünscht, es wären die eigenen Freunde.


Fazit: Das Buch ist ein absolutes Highlight, ich kann es nur empfehlen. Leichte Kost für zwischendurch ist es aber absolut nicht – eher ein intensives Dokument über den zweiten Weltkrieg.

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